Historie

Wie wurde das Areal früher genutzt?

Das Areal blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Als einer der ersten Flugplätze der Welt im Jahr 1909 gegründet, wurden hier über ein knappes Jahrhundert zuerst Flugzeuge, dann Autos, Filme und später Kühlautomaten für Fischfangflotten produziert.

Erster Flugplatz Deutschlands

Arthur Müller war ein jüdischer Industrieller, der sich zunächst mit Futtermittel und dem Bau von Zeppelinhallen einen Namen machte. Er erwarb im frühen 20. Jahrhundert das Areal am Segelfliegerdamm und gründete dort den ersten Flugplatz Deutschlands. Schnell entwickelte sich der Flugplatz zu einem stadtbekannten Anziehungspunkt und lockte Woche für Woche tausende Schaulustige nach Johannisthal um die kühnen Flugversuche der ersten Piloten mitzuverfolgen. Später gründete er die LuftverkehrsGesellschaft AG (LVG), um auch Flugzeuge herzustellen. Insgesamt verließen ca. 5.600 Flugzeuge die Hallen unweit des heutigen Segelfliegerdamms.

20er Jahre und die Betriebliche Umstellung

Der Versailler Vertrag setzte dem Aufschwung der Luftfahrt in Deutschland ein jähes Ende. Arthur Müller hatte sich schon am Ende des Ersten Weltkrieges neue Geschäftsfelder erschlossen. Seine „Ballonhallen und Industriehallen Gesellschaften“ entwickelten neue Baustoffe und stiegen in den Wohnhausbau ein. Infolgedessen wurde der nordwestliche Rand des Flughafens genutzt, um entstanden Ein- und Mehrfamilienhäuser nach der „AMBI-Bauweise“ zu entwickeln. Noch heute sind die Häuser am Sterndamm, im sogenannten Villenviertel am Groß-Berliner Damm und in der Waldstraße zu sehen.

1925 widmete sich Müller anderen Unternehmensbereiche und die Hallen des alten Flugplatzes wurden unter anderem für Filmproduktionen genutzt. Nach dem Tod von Arthur Müller wurde dessen Witwe Thekla Müller (1873-1954) von den Nationalsozialisten gezwungen, das Familien-Firmenvermögen weit unter Wert zu verkaufen, bevor sie 1941 in die USA auswanderte.

Nachkriegszeit bis in die Gegenwart

Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich der größte Teil des Flugplatzes, der Betrieb und die Wohlblocks in Ost-Berlin. Viele Johannisthaler dürften die Fläche am Segelfliegerdamm mit VEB Kühlautomaten verbinden. Das Unternehmen produzierte hier ab 1950 neben Kühlschränken auch Kühlanlagen für Schiffe sowie Dieselmotoren für den Bahn- und Schiffsbau.